Reiseberichte Burma 2012

18. Tag / Bagan

Beim Frühstück treffen wir Htun noch mal. Da wir vermuten, ihn das letzte Mal zu sehen, geben wir ihm einen Umschlag mit ein bisschen Geld für den kommenden Nachwuchs. Erst haben wir vor, ihm ein Päckchen aus Deutschland zu schicken, aber vielleicht kann er mit Geld mehr anfangen. Die Djoser Gruppe fährt heute zum Mount Popa. Er fragt, ob wir mitfahren wollen. Das ist ja super nett, aber wir haben uns für heute noch weitere Tempel vorgenommen und ich brauche ja schließlich auch Gründe, um das Land noch mal zu bereisen J Er verspricht, mir Fotos zu schicken, sobald das Baby da ist.

Also geht es nach dem Frühstück wieder ab in die Kutsche. Das Frühstück bekommen wir  im Freien unter Frangipanibäumen serviert mit Blick auf einen Tempel. Es gibt jeden Tag verschiedene frische Früchte. Eine Dame vom Hotel macht auf Wusch Omelette oder Spiegelei sowie Crêpes. Ich sitze so gerne in diesem Garten und frühstücke, so dass ich nie aufstehen möchte…Aber Brigitte drängelt und der Kutschfahrer wartet. Das Hotel ist wirklich so schön, zumal wir für die letzte Nacht in ein de Luxe Zimmer umziehen. Ich darf gar nicht an Yangon und das „tolle“ YMCA denken, was uns ja auch wieder erwartet. Na ja, wie lehrt der Buddhismus so schön: Immer im Augenblick leben.

Die Tempel von heute:

1.       Iza-gaw-na Pagode

2.       Win-ni-do Group

3.       Nanda-pyin-nya

4.       Cave Kyat-kann Umin

5.       Payathone-zu Group

6.       Tham-myet-hne Group

7.       Dhammayangyi

8.       Sulamani

Die Win-ni-do Group sind mehrere Tempel. Wir bekommen einen süßen Punkguide, der uns alles zeigt. Hier gibt es tolle Wandmalereien, die meine Kamera aber leider wegen der schlechten Lichtverhältnisse nicht gut fotografiert, Blitz ist richtigerweise verboten. Mehrere sehr schöne Buddhas aus Sandstein sind hier zu sehen. Bei einem anderen Buddha haben wir das Gefühl, dass er uns sehr streng anschaut. Wir vermuten, dass er uns sagen will, dass wir noch mehr für unser Karma tun müssen.

An jedem Tempel stehen die Souvenirhändler. Der hier an diesem Tempel hat so schön seine Schirmchen drapiert, dass ich das sofort fotografieren muss. Er guckt ein bisschen blöd, da ich nur fotografiere und nichts kaufe, aber da muss er jetzt durch. Die nerven den ganzen Tag mit ihrem Gefrage, ob man dies oder jenes kaufen möchte. Da darf ich ja wohl mal ein Foto machen.

 

Vor dem nächsten Tempel taucht auf einmal eine Rinderherde auf.

Jetzt haben wir mal wieder Hunger und der Kutschfahrer bringt uns zu einem Restaurant an einem kleinen Dorf.

Ein Plakat von Aung San Suu Kyi hängt im Raum. Das wäre vor 5 Jahren undenkbar gewesen.

Es ist ein kleiner Familienbetrieb und nach dem Essen fragt uns die Bedienung, ob wir uns das Dorf anschauen möchten.

Die Oma saß eigentlich vor dem Herd als wir kamen und setzt sich extra für uns an die Spindel. Vorher durfte ich aber ein Bild von ihr und dem Welpen machen. Ganz zum Schluss bekommen wir natürlich Schals zum Kaufen angeboten. Aber das Dorf ist schön und die junge Frau ist überhaupt nicht aufdringlich. Also kaufe ich einen Schal als Mitbringsel, obwohl die im Leben nicht hier vor Ort gewebt wurden. Aber was soll´s, so haben alle was davon. Ich habe meine Fotos, ein Mitbringsel und etwas gesehen und sie haben ein bisschen Geld verdient. Ist doch in Ordnung.

Als nächstes fahren wir zum Dhammayangyi. Brigitte hat zu Hause ein Buch über diesen Tempel und dessen Biografie gekauft („Dhammayangyi –eine Reise ins Herz Birmas“ von Hans Wilhelm Finger). Umso gespannter sind wir jetzt auf den Tempel.

Er wurde ca. 1167-1170 erbaut und Einheimische meiden ihn nachts, da er sehr mit Tod und Unheil verhaftet ist.Der Erbauer, König Narathu, soll ihn als Sühne für den Mord an seinem Vater erbaut haben. Die Grausamkeit Narathis traf auch die Maurer, denn sobald er eine Nadel zwischen die Ziegelsteine stecken konnte, wurden sie hingerichtet.

 

Wir umrunden den Tempel erst mal im Uhrzeigersinn von außen und entdecken die Ogres, die man oft in Bagan an den Außenfassaden der Tempel findet. Ogres sind dämonische Gestalten, die als Wächter gegen das Eindringen unerwünschter Geister angebracht werden.

Als wir in den Dhammayangyi reingehen sticht uns sofort ein eigenartiger Geruch in die Nase. Der ganze Tempel wird von Fledermäusen bewohnt und deren Ausscheidungen kann man gut riechen. Ich versuche, ein bisschen flacher zu atmen. Prompt sehen wir eine tote Fledermaus in einer Ecke liegen.

Der Dhammayangyi ist von innen recht dunkel. Wir gehen also weiter durch die dunklen Gänge. Irgendwie herrscht eine gruselige Atmosphäre. Ab und zu dringt Licht durch die Fenster ein.

 

Entschädigt werden wir durch die wunderschönen Buddhas im Tempel.

Die schönsten Buddhas im Tempel sind Buddha Gautama und Prabhutaratna in der westlichen Tempelhalle, der historische und der vergangene Buddha nebeneinander, Sinnbild von Wandel und Kontinuität des Dharma (die Lehren Buddhas).

 

Viele Gläubige sind in dem Tempel.

Sie kommen in großen Gruppen in sogenannten Sammeltaxis  vor die Tempel gefahren.

Wenn drinnen kein Platz mehr ist, ist ja auf dem Dach auch noch Platz…

Der letzte Tempel für heute und in Bagan überhaupt ist der Sulamani.

Auch hier gibt es wieder jede Menge furchteinflößende Ogres, die den Tempel beschützen.

Und auch jede Menge Buddhas, aber einer ist ganz besonders schön. Er hat einen vergoldeten Kopf.

Und viele Wandmalereien gibt es hier.

Das war unser letzter Tag in Bagan. Abends gab es noch eine Pizza und dann musste ich wieder meinen Rucksack packen.

23.6.13 16:55

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL