Reiseberichte Burma 2012

13. Tag / Mandalay, Amarapura und Inwa

Um 8 Uhr treffen wir uns mit dem Fahrer, mit dem wir in Mandalay schon unterwegs waren.             

Als erstes fahren wir zum Geldwechseln. Caroline und Brigitte brauchen Nachschub an einheimischer Währung.

Anschließend fahren wir zum Shwe In Bin-Kloster. Dieses Teakholzkloster wurde 1895 von zwei reichen chinesischen Jade-Kaufleuten gestiftet. Hier gibt es viele wunderschöne Schnitzereien an den Balustraden und Dachgesimsen.

Vor jedem Kloster und Tempel gilt natürlich die Regel: Schuhe ausziehen!

Auch von innen ist das Kloster sehr sehenswert.

An einer dunklen Stelle entdeckt Brigitte einen riesengroßen Schmetterling, der kopfüber an der Wand hängt.

Anschließend geht es weiter zum Jademarkt. Vor dem Eingang ist es schon recht wuselig und an den hunderten von Mopeds können wir schon erahnen, dass es im Markt voll sein wird.

Im Markt muss ich aufpassen, dass ich Brigitte nicht aus den Augen verliere. Mein Orientierungssinn ist nicht gut und ich habe Sorge, mich in den vielen Gängen mit den Massen an Menschen zu verlaufen. Überall stehen und sitzen Burmesen. Jade wird hier geschliffen, verkauft und gehandelt.

Unser nächstes Ziel ist Amarapura. Die Stadt liegt 11 km südlich von Mandalay und der aus dem Sanskrit stammende Name bedeutet „Stadt der Unsterblichkeit“. Es dauert eine Weile bis wir mit unserem Taxi angekommen sind. Wir sind hauptsächlich wegen der berühmten U Bein-Brücke hier. Es ist die längste Teakholzbrücke der Welt. Sie ist 1,2 km lang und führt über den Taungthaman-See. Wir haben den Ehrgeiz einmal über die Brücke zu laufen. Leider sind wir genau in der Mittagshitze unterwegs. Die Burmesen schützen sich mit Schirmen vor der Sonne und wir holen unsere Hüte raus. Da ich meinen zu Hause vergessen habe, leiht mir Brigitte ihre Kopfbedeckung, später kaufe ich mir selbst einen zusammenklappbaren Hut. Damit werde ich keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, aber bekomme auch keinen Sonnenstich...Also egal...

Am anderen Ende der Brücke liegt sofort die Shin Pin Shwe Gu Pagoda. Wir sind alle sehr erschöpft und durstig bzw. hungrig, ziehen dann aber doch unsere Schuhe aus, um einen Blick hinein zu werfen.

 In einer Ecke

 sitzt Buddha unter einer Schlange. Dieses Motiv findet man oft in Tempeln. In der buddhistischen Mythologie beschützte der Nagakönig Mucalinda den Buddha in seiner mehrere Wochen dauernden Meditation vor Regen und Unwetter, indem er seine vielen Köpfe wie einen Schirm über ihn breitete. Das Wort Naga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet Schlange.

Ich brauche immer eine Weile, bis ich alle Buddhas und Statuen etc. fotografiert habe. Und wie ich so über das kleine Gelände laufe, entdecke ich, dass an die Pagode eine Schule angrenzt. Ich blicke über den Zaun und sehe den Kindern beim Spielen zu.

Die Kinder haben die für Burma typische Thanakapaste im Gesicht. Die Paste besteht aus geriebenem Sandelholz und Wasser. Sie schützt die Haut vor Sonne, Schmutz und Austrocknung. Die Herstellung der Paste erfolgt, in dem das Holz auf einer Steinplatte gerieben wird. Man kann es aber auch schon fertig in Döschen kaufen.

Gegenüber dem Tempel stärken wir uns erst mal mit Getränken. Brigitte und ich haben keine Lust zu Fuß den Weg über die Brücke zu gehen. Wir entscheiden uns ein Boot zu nehmen. So haben wir auch noch mal eine andere Perspektive auf die Brücke. Bevor wir allerdings ins Boot klettern, erstehe ich mir für umgerechnet 2 EUR einen eigenen Hut. Den lasse ich gegen Ende der Reise im Hotelzimmer liegen, denn er hat für mich seinen Dienst erfüllt. Vielleicht kann ihn hier noch jemand gebrauchen. So halte ich es auch mit dem Großteil meiner T-Shirts o.ä.. Ich nehme gerne T-Shirts oder Hosen mit auf Reisen, die ich zu Hause nicht mehr anziehe. Beim jedem Verlassen eines Hotelzimmers lasse ich immer mehr Ballast zurück, lege das Kleidungsstück ordentlich gefaltet auf das Kopfkissen mit ein bisschen Trinkgeld. Brigitte hält es genauso. Das schafft auch Platz im Rucksack für die neu gekauften "Stehrümchen" :-)

Wir sind nicht die einzigen Touristen, die das Boot nehmen wie wir den unzähligen Booten am Ufer entnehmen können.

Überall stehen Souvenirhändler und wir werden sehr oft angesprochen, ob wir denn nichts kaufen möchten. Doch, ich will ganz viel kaufen, aber ich halte mich zurück, denn zu Hause fliegt es dann manchmal nur rum und dafür ist es zu schade. Ab und zu kaufe ich doch etwas. May hatte uns zu Beginn der Reise eingeschärft immer nur maximal die Hälfte von dem zu bezahlen, was uns als Preis genannt wird. Das klappt aber nicht immer…Ich kann schlecht handeln und meist bezahle ich bestimmt viel zu viel.

Jetzt fahren wir weiter nach Inwa. Auf dem Weg dorthin möchten wir aber unbedingt etwas Essen gehen. Direkt an der Bootsanlegestelle nach Inwa liegt ein nettes Restaurant mit Blick auf eine schöne Landschaft. Hier sind einige Touristen, die sich während ihrer Sightseeing-Tour eine Pause gönnen.

 

Mit der Bootsfähre setzen wir über den Fluß Myitnge. Der Preis für das Übersetzen liegt bei 1000 Kyat pro Person.Der Bootsfahrer ist guter Dinge und die Fahrt dauert nur ein paar Minuten.

Am anderen Ufer angekommen gibt es auch hier für die Touristen eine Pferdekutsche für das übliche Sightseeing Programm.

Die Pferdekutsche kostet für die ca. 2,5 Stunden dauernde Tour 6000 Kyat. Ich nehme mit Brigitte eine Kutsche. Am Ende geben wir dem Fahrer 8000 Kyat, also noch etwas Trinkgeld.

Zuerst sehen wir die Yadana See Mee-Pagode. Mehrere hübsche Buddhastatuen sind umgeben von Mauerresten, Stupa-Stümpfen und Überbleibseln einer Säulenhalle.

 

Die Buddhas bei dieser Pagode haben alle die Körperhaltung (Asana) im Meditationssitz und die Handhaltung der Erdberührung (Bhumisparsha-mudra). Diese Handhaltung (Mudra) erinnert an die Versuchung durch Mara kurz vor Buddhas Erleuchtung. Mara ist die Verkörperung der Leidenschaften und des Begehrens. Um seine Standhaftigkeit zu bezeugen, berührt Buddha mit seiner rechten Hand die Erde.

Als nächstes fahren wir mit der Kutsche zum Bagaya-Kloster.

Hier müssen wir noch mal das Eintrittsgeld für Mandalay bezahlen, da unser altes Ticket abgelaufen ist.

Das Ticket hat immer nur eine Gültigkeit von drei Tagen.

Das 1834 errichtete Kloster wurde fast komplett aus besonders dunkel wirkendem Teakholz erbaut. Es gilt als eines der schönsten in Myanmar, da es weitestgehend vor Naturkatastrophen und Eingriffen von Restaurateuren verschont geblieben ist.

Zwischendurch tauchen am Wegesrand immer wieder schöne Fotomotive auf.

Als letzter Besichtigungspunkt auf unserer Tour durch Inwa ist das Maha Aung Mye Bonzan-Kloster an der Reihe.

Das Kloster stammt aus dem Jahr 1818 und die Schäden von dem Erdbeben 1838 wurden hier im Jahre 1873 von der Königstochter Hsinbyumashin wieder behoben. Aber auch das Erdbeben vom Tag meiner Anreise hat wieder Schäden verursacht.

Am Ende dieser Tour setzen wir wieder mit dem Boot über den Fluss wo auf der anderen Seite schon unser Taxi wartet. Wir düsen durch die Dämmerung nach Hause und halten nur noch mal kurz an einer Seidenweberei und gehen in das gegenüber liegende Geschäft zum Stöbern.

Die Rückfahrt nach Hause bzw. zum Hotel dauert relativ lange. Dadurch dass unser Taxi hinten wie ein Pick up offen ist, sind wir den ganzen Tag während der Fahrt dem „Straßendreck“ und -lärm ausgeliefert. Ich bin froh als ich abends im ruhigen Hotelzimmer unter der Dusche stehe.

23.6.13 15:58

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