Reisebrichte Burma November 2012

10. Tag / Fahrt von Hsipaw nach Pyin Oo Lwin

Heute ist ein entspannter Tag. Nach dem Frühstück geht es um 9 Uhr mit dem Taxi auf nach Pyin Oo Lwin. Das Taxi steht vor dem Hotel. Als wir mit unserem Gepäck zum Taxi gehen, stellen wir fest, dass der Fahrer das Auto schon voll beladen hat und er will unser Gepäck auf dem Autodach festschnallen. Caroline wehrt sich empört, denn nach dieser Fahrt können wir unsere Sachen wegschmeißen…Wir haben ja schließlich bezahlt pro Sitzplatz…Ist doch klar, dass wir Gepäck haben. Wenn er meint, dass er noch zusätzlich Waren transportieren muss, soll er die doch aufs Dach packen. Das macht er dann auch mürrisch nach einigem Hin-und Her…Irgendwie ist der mir nicht sympathisch.

Wir fahren auf der berühmten Burma-Road, die von Mandalay über Hsipaw und Lashio bis nach China führt. Auf der Straße findet ein reger Warenaustausch statt. Sehr viele LKWs und Kleintransporter sind unterwegs. Aber unser Fahrer fährt super, überholt mal von rechts, mal von links…egal…Er fährt zügig, aber entspannt. Er schmeißt beim Vorbeifahren an jedem Tempel immer einen Geldschein aus dem Fenster. Da sitzen dann Frauen, die die Scheine der Autofahrer einsammeln. Hab ich auch noch nie gesehen, aber das macht ihn mir wieder sympathischer.

Die Pluspunkte verliert er aber wieder, da er sich ununterbrochen Bethelnüsse  in den Mund schiebt. Das ist eine Gesellschaftsdroge in Myanmar. Die Nüsse kommen von der Arecapalme und werden in ein mit Kalk bestrichenes Blatt gerollt. Das stecken sich die Burmesen dann in den Mund bzw. in die Backentaschen. Es verursacht rotschwarz verfärbte Zähne. Der komplette Zahnschmelz geht kaputt. Das kauen dieser Droge führt dazu, dass die Leute sich freier und unbeschwerter fühlen, das Hungergefühl wird unterdrückt. Der Speichel im Mund verfärbt sich blutrot und unser Fahrer spuckt in regelmäßigen Abständen aus dem Fenster.  Überall in Burma spucken die Leute diesen blutroten Speichel um sich, so dass man manchmal das Gefühl hat, dass überall jemand blutend rote Flecken hinterläßt. Man erkennt sofort an den Zähnen, wenn jemand dieser Betelnuss  verfallen ist. Der Mundraum sieht aus wie aus einem Horrorfilm.

 Nach der Hälfte der Fahrt machen wir eine Pause. Unser Fahrer wäscht das Auto und lässt einen Wasserschlauch zur Kühlung über den Motorraum laufen.

Nach 4 Stunden Fahrt kommen wir beim Eden Motel in Pyin Oo Lwin an.

Die Kontakttelefonnummer für das Motel hatten wir von May. Na ja, das Motel  hat definitiv Sanierungspotential, aber ist o.k., Preis: 30 USD.

Viele der Bauten in Pyin Oo Lwin stammen aus der britischen Kolonialzeit. Unser Motel sieht auch so aus.

Das Zimmer ist von innen auch o.k. Fies finde ich nur immer diese Wolldecken aus China. So oft werden die, glaube ich, nicht gewaschen. Ich versuche nachts den Kontakt mit der Wolldecke zu vermeiden. Die Kopfkissen sind so hoch, dass ich fast senkrecht im Bett sitze…

Anlässlich ihres Geburtstages lädt uns Brigitte noch mal alle nachträglich zum Kaffee ein. Sie hat Christstollen aus Deutschland mitgebracht und zu Viert setzen wir uns auf die Terrasse vor unserem Zimmer und lassen uns den Kuchen schmecken. Den Kaffee machen wir selbst dank mitgebrachtem Tauchsieder und Instantkaffee.

Anschließend bummeln wir durch die Stadt, um mal einen Eindruck und eine Orientierung zu bekommen. Aber so richtig blicken wir nicht durch. Egal wen wir fragen. Keiner kann uns sagen wo es ins Zentrum geht. Wir entscheiden uns irgendwann einfach für eine Richtung und laufen los. Wir sind auf der Suche nach frischem Obst.

Wir entdecken ein Internetcafé und ich nutze die Gunst der Stunde. Es dauert bei mir ein bisschen länger und meine Damen machen es sich draußen vor der Tür bequem…

Ich muss lachen als ich rauskomme und sie da sitzen wie bestellt und nicht abgeholt…

Caroline ist es nicht so gut und sie geht zum Hotel zurück. Brigitte begleitet sie. Meine Brigitte und ich bummeln weiter durch die Stadt.

In der rund 80.000 Einwohner zählenden Stadt leben heute noch einige Tausend Inder und Gurkhas als Nachfahren britischer Armeeangehöriger.

Nach weiterem Fußmarsch entdecken wir den Purcell Tower, auf dem Foto hinten links. Rechts ist noch eine Moschee. Es droht jeden Augenblick zu regnen und es sieht nicht nach nur drei Tropfen aus…

Wir wollen schnell zum Motel zurück, aber wir haben keine Lust mehr zu laufen.

Den öffentlichen Nahverkehr regeln hier Pferdekutschen. Wir entdecken eine und steigen ein. Der Preis beträgt 2000 Kyat bis zum Motel.

Sonst passiert nichts Weltbewegendes…Doch!!!  Barack Obama ist heute zu Besuch in Myanmar! Die Zeitungen sind in den nächsten Tagen voll davon. Ein ganz wichtiges Ereignis für die Burmesen!

 

 

 

 

 

 

29.5.13 10:30

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