Reiseberichte Burma 2012

20. Tag / Yangon

Es ist sehr schwül und heiß in der Stadt und es liegt schon wieder Regen in der Luft. Brigitte und ich sind irgendwie auch geschafft von der Reise und den vielen Eindrücken. Also beschließen wir, es heute ganz langsam angehen zu lassen. Eigentlich möchten wir nur noch ein bisschen shoppen und ein paar Mitbringsel besorgen. Von Caroline und der anderen Brigitte haben wir uns schon gestern Abend verabschiedet, da sie heute schon ganz früh nach Bangkok weitergeflogen sind. Sie verbringen noch ein paar Tage in Thailand bevor es nach Deutschland zurück geht.

Das Hotel besorgt uns ein Taxi und da wir nicht wissen wie lange wir Lust haben durch die Stadt zu fahren, vereinbaren wir einen Preis von 5000 Kyat pro Stunde mit dem Fahrer. Brigitte, die immer gut organisiert ist, hat die Route zu den Geschäften einigermaßen vorbereitet und zeigt sie dem Fahrer.

Zuerst fahren wir zu einem Lackwarengeschäft. Hier bekomme ich die Mitbringsel für die ganze Familie und gebe knapp 90 USD dafür aus. Ich lasse mir extra eine Rechnung schreiben, um am Zoll keine Schwierigkeiten zu bekommen.

Als Nächstes fahren wir zu einem Schmuckladen. Brigitte möchte sich unbedingt einen Ring mit einem echten Stein aus Burma kaufen und wird im Geschäft auch fündig. Während wir im Laden warten bis der Ring noch geweitet ist, fängt es draußen heftig an zu regnen.

Kurzentschlossen gehen wir noch mal in den Sakura Tower in das Sky Bistro und ich bestelle eine Pizza. Auch tagsüber ist die Aussicht grandios.

Nach dem Essen bummeln wir noch etwas durch unser Viertel, gehen in den Supermarkt und ins Internet.

Am Nachmittag sind wir wieder auf dem Zimmer, packen in Ruhe unsere Sachen zusammen und essen unsere Reste als Abendessen: Mandarinen, Kekse und was wir noch so in den Taschen finden.

Es ist für mich unfassbar, dass unsere gemeinsame Zeit in Myanmar schon zu Ende ist. Ich freue mich auf zu Hause, bin aber auch traurig, dieses schöne Land zu verlassen. Wir beide, Brigitte und ich, haben uns super verstanden und überlegen sogar für die Zukunft noch mal gemeinsam zu Reisen. Wohin? Mal schau´n…

Reiseberichte Burma 2012

19. Tag / Flug nach Yangon

Heute ist Vollmondtag in Myanmar. Jedes Jahr im November ist dies ein sehr wichtiger Feiertag in Burma. An diesem Tag finden in vielen Tempeln des Landes große Feste statt. Wir fliegen an diesem Morgen zunächst nach Yangon zurück.

Bei uns in Deutschland bekommt man nur noch E-Tickets, aber in Burma wurde mein Ticket noch von Hand ausgefüllt und dann auch noch mit dem falschen Datumsstempel oben rechts. Im Flughafen ist es unheimlich wuselig und als das Taxi hält, bietet sich auch wieder ein Träger an. Nachdem wir auch hier die Hilfe gerne annehmen, schnappt er sich blitzschnell unser Gepäck und rennt damit los. Wir düsen schnell hinterher. Er bringt uns sofort zum richtigen Schalter, den wir von alleine nur schlecht gefunden hätten. Wir bekommen unsere Bordkarten und einen Aufkleber auf unser T-Shirt gedrückt.

Wir wissen nicht so recht wo wir jetzt hinmüssen. Ich gehe mal fragen und bekomme die Richtung gewiesen. Wir müssen zur Gepäckkontrolle sowie sehr viele andere Fluggäste auch. Mein Gott ist das ein Durcheinander hier. Anschließend sitzen wir in einem großen Raum. Vorne ist eine Glastür, an der eine Frau steht und vor der regelmäßig ein Pendelbus hält, der die Fluggäste zum Flugzeug fährt. Wir verstehen die Durchsagen nicht und ich gehe mehrfach zur Dame an der Tür, um nachzufragen, ob gerade unser Flug ausgerufen wurde. Sie schickt mich immer wieder zurück an meinen Platz.     

Wir halten Ausschau nach Personen mit einem gleichfarbigen Aufkleber, um uns an denen zu orientieren. Jeder Flug hat einen andersfarbigen Aufkleber. Irgendwann wird dann doch unser Flug aufgerufen und wir fahren übers Rollfeld zum Flieger. Brigitte wurstelt sich nach vorne durch, denn es gibt keine Platzreservierung und wir würden gerne zusammensitzen.

Wir landen mittags in Yangon und fahren erst mal ins YMCA. Dieses Mal bekommen wir zu zweit ein Viererzimmer. Na, da haben wir wenigstens Platz satt. Ich gehe mal raus auf unser Balkönchen und schaue mich um.

Hier in Yangon treffen wir wieder auf Caroline und Brigitte und entscheiden uns am Nachmittag zusammen zur Shwedagon Pagode zu fahren. Wir wollen schauen, was da heute am Vollmondtag so los ist. Also zahlen wir wieder den Eintritt von 5 USD und bekommen auch hier einen Aufkleber auf unser T-Shirt.

Wir vereinbaren einen Treffpunkt in ca. 3 Stunden, denn wir wollen alle in Ruhe noch mal die Pagode besichtigen und vor allen Dingen die Stimmung genießen. Die Pagode ist voller Menschen, viele Familien sind hier und die Kinder sind besonders schick angezogen. Die Burmesen machen es sich überall im Tempelgelände gemütlich und picknicken oder beten oder spenden. Es herrscht schon fast eine Volksfeststimmung. Alle Buddhas haben zur Feier des Tages ein Tuch um.

Man kann auch fleißig spenden und seine Spende eintragen lassen. Dann hat man direkt schriftlich festgehalten, dass man etwas für sein gutes Karma getan hat.

Brigitte und ich setzen uns einfach irgendwann auf eine Stufe vor einer kleinen Pagode und beobachten das Treiben. Wir sitzen hier bestimmt eine Stunde bis die Dämmerung einsetzt.

Überall werden von den Gläubigen Kerzen aufgestellt. Die Tempel sind beleuchtet und die Buddhas angestrahlt.

 Der Abschied von der Shwedagon Pagode fällt mir sehr schwer, aber irgendwann müssen wir gehen. Da unheimlich viele Menschen unterwegs sind, dauert es eine Weile bis wir ein Taxi ergattert haben. Es ist unser letzter gemeinsamer Abend zu Viert und wir entscheiden uns für ein Abendessen im Sky Bistro im Sakura Tower. Von hier oben haben wir einen wunderschönen nächtlichen Blick über die Stadt und auf die Sule Pagode und die Shwedagon Pagode. Wir alle lassen es uns zu westlichen Preisen gut schmecken.

 

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18. Tag / Bagan

Beim Frühstück treffen wir Htun noch mal. Da wir vermuten, ihn das letzte Mal zu sehen, geben wir ihm einen Umschlag mit ein bisschen Geld für den kommenden Nachwuchs. Erst haben wir vor, ihm ein Päckchen aus Deutschland zu schicken, aber vielleicht kann er mit Geld mehr anfangen. Die Djoser Gruppe fährt heute zum Mount Popa. Er fragt, ob wir mitfahren wollen. Das ist ja super nett, aber wir haben uns für heute noch weitere Tempel vorgenommen und ich brauche ja schließlich auch Gründe, um das Land noch mal zu bereisen J Er verspricht, mir Fotos zu schicken, sobald das Baby da ist.

Also geht es nach dem Frühstück wieder ab in die Kutsche. Das Frühstück bekommen wir  im Freien unter Frangipanibäumen serviert mit Blick auf einen Tempel. Es gibt jeden Tag verschiedene frische Früchte. Eine Dame vom Hotel macht auf Wusch Omelette oder Spiegelei sowie Crêpes. Ich sitze so gerne in diesem Garten und frühstücke, so dass ich nie aufstehen möchte…Aber Brigitte drängelt und der Kutschfahrer wartet. Das Hotel ist wirklich so schön, zumal wir für die letzte Nacht in ein de Luxe Zimmer umziehen. Ich darf gar nicht an Yangon und das „tolle“ YMCA denken, was uns ja auch wieder erwartet. Na ja, wie lehrt der Buddhismus so schön: Immer im Augenblick leben.

Die Tempel von heute:

1.       Iza-gaw-na Pagode

2.       Win-ni-do Group

3.       Nanda-pyin-nya

4.       Cave Kyat-kann Umin

5.       Payathone-zu Group

6.       Tham-myet-hne Group

7.       Dhammayangyi

8.       Sulamani

Die Win-ni-do Group sind mehrere Tempel. Wir bekommen einen süßen Punkguide, der uns alles zeigt. Hier gibt es tolle Wandmalereien, die meine Kamera aber leider wegen der schlechten Lichtverhältnisse nicht gut fotografiert, Blitz ist richtigerweise verboten. Mehrere sehr schöne Buddhas aus Sandstein sind hier zu sehen. Bei einem anderen Buddha haben wir das Gefühl, dass er uns sehr streng anschaut. Wir vermuten, dass er uns sagen will, dass wir noch mehr für unser Karma tun müssen.

An jedem Tempel stehen die Souvenirhändler. Der hier an diesem Tempel hat so schön seine Schirmchen drapiert, dass ich das sofort fotografieren muss. Er guckt ein bisschen blöd, da ich nur fotografiere und nichts kaufe, aber da muss er jetzt durch. Die nerven den ganzen Tag mit ihrem Gefrage, ob man dies oder jenes kaufen möchte. Da darf ich ja wohl mal ein Foto machen.

 

Vor dem nächsten Tempel taucht auf einmal eine Rinderherde auf.

Jetzt haben wir mal wieder Hunger und der Kutschfahrer bringt uns zu einem Restaurant an einem kleinen Dorf.

Ein Plakat von Aung San Suu Kyi hängt im Raum. Das wäre vor 5 Jahren undenkbar gewesen.

Es ist ein kleiner Familienbetrieb und nach dem Essen fragt uns die Bedienung, ob wir uns das Dorf anschauen möchten.

Die Oma saß eigentlich vor dem Herd als wir kamen und setzt sich extra für uns an die Spindel. Vorher durfte ich aber ein Bild von ihr und dem Welpen machen. Ganz zum Schluss bekommen wir natürlich Schals zum Kaufen angeboten. Aber das Dorf ist schön und die junge Frau ist überhaupt nicht aufdringlich. Also kaufe ich einen Schal als Mitbringsel, obwohl die im Leben nicht hier vor Ort gewebt wurden. Aber was soll´s, so haben alle was davon. Ich habe meine Fotos, ein Mitbringsel und etwas gesehen und sie haben ein bisschen Geld verdient. Ist doch in Ordnung.

Als nächstes fahren wir zum Dhammayangyi. Brigitte hat zu Hause ein Buch über diesen Tempel und dessen Biografie gekauft („Dhammayangyi –eine Reise ins Herz Birmas“ von Hans Wilhelm Finger). Umso gespannter sind wir jetzt auf den Tempel.

Er wurde ca. 1167-1170 erbaut und Einheimische meiden ihn nachts, da er sehr mit Tod und Unheil verhaftet ist.Der Erbauer, König Narathu, soll ihn als Sühne für den Mord an seinem Vater erbaut haben. Die Grausamkeit Narathis traf auch die Maurer, denn sobald er eine Nadel zwischen die Ziegelsteine stecken konnte, wurden sie hingerichtet.

 

Wir umrunden den Tempel erst mal im Uhrzeigersinn von außen und entdecken die Ogres, die man oft in Bagan an den Außenfassaden der Tempel findet. Ogres sind dämonische Gestalten, die als Wächter gegen das Eindringen unerwünschter Geister angebracht werden.

Als wir in den Dhammayangyi reingehen sticht uns sofort ein eigenartiger Geruch in die Nase. Der ganze Tempel wird von Fledermäusen bewohnt und deren Ausscheidungen kann man gut riechen. Ich versuche, ein bisschen flacher zu atmen. Prompt sehen wir eine tote Fledermaus in einer Ecke liegen.

Der Dhammayangyi ist von innen recht dunkel. Wir gehen also weiter durch die dunklen Gänge. Irgendwie herrscht eine gruselige Atmosphäre. Ab und zu dringt Licht durch die Fenster ein.

 

Entschädigt werden wir durch die wunderschönen Buddhas im Tempel.

Die schönsten Buddhas im Tempel sind Buddha Gautama und Prabhutaratna in der westlichen Tempelhalle, der historische und der vergangene Buddha nebeneinander, Sinnbild von Wandel und Kontinuität des Dharma (die Lehren Buddhas).

 

Viele Gläubige sind in dem Tempel.

Sie kommen in großen Gruppen in sogenannten Sammeltaxis  vor die Tempel gefahren.

Wenn drinnen kein Platz mehr ist, ist ja auf dem Dach auch noch Platz…

Der letzte Tempel für heute und in Bagan überhaupt ist der Sulamani.

Auch hier gibt es wieder jede Menge furchteinflößende Ogres, die den Tempel beschützen.

Und auch jede Menge Buddhas, aber einer ist ganz besonders schön. Er hat einen vergoldeten Kopf.

Und viele Wandmalereien gibt es hier.

Das war unser letzter Tag in Bagan. Abends gab es noch eine Pizza und dann musste ich wieder meinen Rucksack packen.

Reiseberichte Burma 2012

17. Tag / Bagan

Auch heute steht wieder den ganzen Tag Tempelbesichtigung mit Pferdekutsche auf dem Plan. Wir wechseln uns ab. Mal darf Brigitte vorne sitzen, mal ich. Brigitte versucht sehr akribisch, jeden Tempel, den wir besichtigen zu notieren und auf dem Lageplan einzukringeln. Unser Kutschfahrer heißt übrigens Jaza und das Perdchen Nanda.

Tempeltour für heute:

1.       Shwe-san-daw Pagode

2.       Mingala-Zedi

3.       Gubyankgyi

4.       Mya zedi

5.       Manuka

6.       Nampaya

7.       Gubyankgyi in Nyaung U

8.       Shwezigon

9.       Kyan-sit-thar Höhle

Die erste Pagode (Shwesandaw) ist wieder ein Tempel auf den wir von außen hinaufsteigen können. Gott sei Dank mit einem Geländer. Trotzdem sind die Stufen sehr hoch und ich ziehe mich eher nach oben. Ich gehe auch nicht ganz nach oben, weil ich nicht in die Lage von 2007 zurückmöchte, in der ich mich nicht getraut habe, den Tempel wieder hinabzusteigen. Am Ende bin ich rückwärts auf dem Hosenboden wieder runter gekommen. Ich möchte dieses Mal lieber kein Risiko eingehen :-)

Trotzdem ist die Aussicht überwältigend.

An der Südwestseite des Tempelbezirks befindet sich ein massiver länglicher Ziegelbau. Er enthält die knapp 18 m lange Buddha-Figur Shinbintalyaung. Sie ist die größte liegende Figur in Bagan und stammt wahrscheinlich aus dem 11. Jh.

Mingalazedi bedeutet „Glücksbringende Pagode“. Sie wurde 1274 fertig gestellt. Sie ist das letzte bedeutende Bauprojekt Bagans.

Bei dem nächsten Tempel, dem Gubyaukgyi, entdecke ich wieder den Buddha meines Wochentages mit einem Becher dahinter, um ihn mit Wasser zu Begießen.

Zwischen den Tempeln wachsen oft wunderschöne Bäume und Sukkulenten. Bei den Bäumen dominieren Akazien, Niem, und Tamarinde sowie Euphorbien und die Palmyrapalme.

Bei dem Manuha-Tempel sind drei sitzende Buddhafiguren dermaßen hineingezwängt, dass füllige Personen sie nur mit großen Schwierigkeiten aufsuchen könne. Ich passe aber durch......

Auf der Westseite des Gebäudes ist wieder eine liegende Buddhafigur.

Das nächste Highlight für den Tag ist die Shwezigon.

Die vergoldete Shwezigon zählt zu den Meisterwerken der Tempelbauten in Bagan. Baubeginn war 1059 und noch vor der Vollendung starb König Anawratha im Jahre 1077. Nach mehrjähriger Unterbrechung nahm der nächste König den Weiterbau wieder auf und sie wurde schließlich 1090 endgültig fertig gestellt.

In der großen Tempelanlage wird neben Buddha auch die Naturgeister, die Nats, verehrt und ihnen ist im Südostteil der Anlage ein Schrein gewidmet.

Es ist der erste Nat-Schrein auf dem Gelände eines buddhistischen Heiligtums.

Zwei weitere Nats werden an der linken Seite des Westeingangs verehrt: Shwe Nyo Thin, der Vater und sein Sohn Shwe Saga.

Der Geisterglaube bestimmt nach wie vor das Alltagsleben der Menschen in Südostasien. Zu den Geistern haben die Menschen ein ambivalentes Verhältnis, denn sie können sowohl beschützen als auch Unglück bringen. Allgemein können drei Typen unterschieden werden: Ahnen, ortsgebundene Territorialgeister und Naturgeister. Ein Nat kann eine verstorbene historische Persönlichkeit, eine legendäre Figur, ein Naturgeist oder auch eine Hindu-Gottheit sein. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Liste der 37 Nats immer wieder, denn die Bedeutung der Nats hängt von ihrer Effizienz ab. Taugen sie nichts, so werden sie einfach ignoriert. Im ganzen Land werden unzählige, meist namenlose Nats verehrt. Es scheint als gehöre das ganze Land den Nats.

Immer wieder halten wir vor den Tempeln, schlagen im Loose nach, um vor der Besichtigung noch ein bißchen was über den Tempel zu lesen.

Unser Kutscher Jaza mit seinem Pferdchen wartet immer geduldig im Schatten, bis wir fertig sind. Von ihm bekommen wir auch immer den Hinweis, ob wir eine Taschenlampe mit rein nehmen müssen oder nicht.

Reiseberichte Burma 2012

16. Tag / Bagan

Wie gesagt, wir ziehen sofort nach dem Frühstück um und laufen das Stück zum Golden Express Hotel ein paar Meter die Straße entlang.

Das Hotel hat wohl den Namen geändert und heißt jetzt  Bagan Umbra Hotel. Na ja, soll uns egal sein. Ich nehme mal beide Visitenkarten von der Rezeption mit. Kann ja nicht schaden.

Für die erste Nacht mussten wir schon im Voraus bezahlen: 35 USD.

Wir lassen unser Gepäck an der Rezeption, da es noch zu früh zum Zimmerbeziehen ist. Und wir wollen auch los und unsere Besichtigungstour für heute beginnen.

Das 40 km² große Tempelareal  ist neben Angkor in Kambodscha und dem Borobodur auf Java die architektonische Meisterleistung in Südostasien. Da ich ja sowieso von Tempeln nie genug bekommen kann und sehr interessiert daran bin, jeden Buddha zu fotografieren, den ich vor die Linse bekomme, freue ich mich riesig noch mal hier an diesem Ort zu sein. Es ist ein magischer Ort, an dem man sich laut meinem Reiseführer wünscht, dass der Augenblick zur Ewigkeit wird.

Wir reservieren uns eine Pferdekutsche für den Tag und das kostet je nach Tour 18.000-20.000 Kyat.

Unsere Tempeltour für heute:

1.       Dijahid

2.       Hti-lo-min-lo

3.       U-Pali-thein

4.       Min-O-chan-tha

5.       Ananda und Oo Ja

6.       That-byin-hyu Tempel

7.       Shwe-gu-gyi

8.       Maha-Bodi-Pagode

9.       Bu-paya

10.   Gaw-daw-palin

11.   Shwe-leik-too

Der Ananda Tempel in Alt-Bagan steht östlich der ehemaligen Stadtmauer. Sein Stifter König Kyanzittha setzte neue architektonische Maßstäbe. Der Tempel wurde wahrscheinlich 1090 vollendet.Der Grundriss hat die Form eines griechischen Kreuzes mit einer Seitenlänge von 91 m. Hohe Räume mit einer etwa 10 m hohen stehenden Buddhafigur bilden den Abschluss der Eingänge. Die insgesamt vier Figuren stellen die Buddhas der gegenwärtigen Weltzeit dar: im Norden Kakusandha, im Osten Konagamana, im Süden Kassapa und im Westen Gautama. Alle Figuren sind aus Holz, mit Lack überzogen und vergoldet.

Wer in Bagan ein Kloster oder einen Tempel stiftete wollte der Nachwelt seine tiefe Religiosität demonstrieren. Außerdem manifestierte der Spender damit seinen Wunsch eine bessere Wiedergeburt zu erlangen. An diesem Glauben hat sich bis heute nichts verändert.

Seit den Sechziger Jahren wird verstärkt restauriert in Bagan. Leider wurden durch das Erdbeben von 1975 viele Arbeiten und Tempel wieder zerstört. Um diese Zeit beschloss die Regierung eine Zwangsumsiedlung der Bewohner Alt-Bagans. Wenige Kilometer weiter wurden den Menschen Baumaterialien zu Verfügung gestellt damit sie sich eine neue Stadt aufbauen können, das heutige Neu-Bagan. Das gesamte alte Areal soll irgendwann als Weltkulturerbe der UNESCO unter Denkmalschutz stehen. Seit 2002 verhandelt die Regierung um die Aufnahme Bagans in diese begehrte Liste, aber die vielfach kritisierten Restaurierungsarbeiten verzögern die Entscheidung.

Viele Tempel sind von innen gestützt und zum Schutz für die Wandmalereien ist das Fotografieren mit Blitz in manchen Tempeln verboten. Eher selten kann man die Tempel noch nach oben hin besteigen. Wieder andere Tempel sind verschlossen und es kommt extra jemand zum Aufschließen und zur Aufsicht beim Betreten des Tempels.

Wenn denn mal ein Aufstieg nach oben hin möglich ist, genießen wir die Aussicht.

Mahabodhi

Dieser Tempel wurde 1211 gebaut. Und zwar ist dies eine Kopie des gleichnamigen Tempels in Nordindien. Der Tempel wurde in Indien an der Stelle gebaut, an der Buddha unter einem Bodhi-Baum seine Erleuchtung erlangt hat. Über dem massiven quadratischen Schrein erhebt sich ein steil ansteigender pyramidenförmiger Tempelturm, umgeben von vier kleineren Türmen. An seinen vier Außenseiten befinden sich zahlreiche Nischen mit Buddhafiguren.

Der Name „Thron der Ehrerbietung“ verleitet zu der Annahme, dass der Gawdawpalin der Verehrung verstorbener Könige gedient haben könnte.

Einen sehr schönen Tempel für diesen Tag entdecken wir eigentlich eher im Vorbeifahren. Ich steige aus der Pferdekutsche aus und gehe zu Fuß hinüber. Ein richtig magischer und idyllischer Ort. Leider weiß ich den Namen des Tempels nicht.

Als letzten Tempel für den Tag besichtigen wir den Shweleik-too.

Dies ist wieder mal ein Tempel, wo mach hochklettern darf und wir genießen die Aussicht.

Als wir mit dieser Tour für den Tag fertig sind und uns unser Kutschfahrer wieder beim Hotel absetzt, ist nur noch Duschen und Ausruhen auf dem Bett angesagt.

Abends gehen wir noch mal mit Caroline und Brigitte ins „Full Moon Restaurant“ Essen. Sie hatten tagsüber andere Pläne, denn sie fahren am nächsten Tag schon wieder zurück nach Yangon.

Im Hotel treffen wir dann Htun mit seiner Reisetruppe an der Rezeption.

Fast schon zum Ende der Reise möchten wir aber noch ein Foto von uns Vieren haben und bitten den Kellner abends im Restaurant ein  Foto von uns zu schießen. Nach dem Begutachten des vierten Bildes, sind wir dann zufrieden mit dem Foto :-)

Als Nachtisch bekommen wir hier in Bagan Tamarindenbonbons im Schälchen hingestellt. Von den leckeren Bonbons nehmen wir uns auch ein paar Tütchen mit nach Hause.

Reiseberichte Burma 2012

15. Tag / Busfahrt von Mandalay nach Bagan

Ein letztes Mal haben wir für unseren Taxifahrer einen Auftrag. Er soll uns zum Busbahnhof bringen. Heute fahren wir weiter nach Bagan. Die Busfahrt dauert ca. 5 Stunden und kostet 12.000 Kyat.

Auch dieses Mal sind wir wieder viel zu früh am Busbahnhof. 8:30 Uhr ist die reguläre Abfahrtszeit. Auch dieses Mal setzen wir uns wieder in den Wartebereich der Busgesellschaft.

Auch hier bieten wieder viele Händler den Busreisenden ihre Waren an.

Unser Bus ist wieder voll klimatisiert und genauso gut wie bei unserer ersten Busfahrt. Dieses Mal gibt es nur eine Kaffeepause, da die Fahrt ja kürzer ist.

 Kurz vor Bagan hält der Bus und wir müssen das Einrittsgeld für diese Region bezahlen, 10 USD.

Den Preis finde ich mehr als in Ordnung bei der Anzahl an Sehenswürdigkeiten, die uns hier erwarten.

In Bagan angekommen nehmen wir uns ein Autotaxi für einen horrenden Preis für die kurze Strecke, aber was soll´s. Ansonsten bieten hier nur Pferdekutschen ihre Dienste an, aber das ist uns jetzt zu holprig mitsamt unserem Gepäck.

Wir landen im New Wave Hotel, das Moe Moe uns reserviert hat. Und wenn ich dachte, dass es zum YMCA keine Steigerung gibt, so werde ich hier eines besseren belehrt. Das Zimmer liegt unmittelbar hinter der Rezeption und ist einfach nur dreckig und ungepflegt. Mein erster Gedanke ist: „Schnell wieder raus hier“. Ich schaue fragend Brigitte an. Aber auch ihre Schmerzgrenze ist hier überschritten. Wir legen nur unser Gepäck ab, schnappen uns unsere Reiseführer und gehen wieder raus aus dem Hotel auf Zimmersuche. Brigitte und Caroline sind ja schon seit einer Nacht hier und bei ihnen versuchen wir mal anzuklopfen. Ist aber keiner da. Nach einem Blick in den Lageplan erkennt Brigitte, dass das Hotel von Djoser, in dem wir 2007 übernachtet haben nur ein Stückchen die Straße rauf liegt. Das Hotel steuern wir als erstes an und haben Glück. Erst ist nichts frei, aber eine ältere Frau hinter der Rezeption macht dann doch für drei Übernachtungen ein Zimmer klar. Wir müssen nur einmal umziehen, egal! Und es ist natürlich teurer als das New Wave Hotel, aber auch das ist uns jetzt egal. Die einzig schlechte Nachricht ist, dass wir eine Nacht in dem Dreckszimmer schlafen müssen. Na ja, eine Nacht wird schon gehen.

Wir gehen auf den Schreck erst mal ins Restaurant nebenan, bestellen beide eine Tomatensuppe und etwas zu trinken und gehen anschließend an deren Computer ins Internet.

Das Bett teilen wir uns, genau wie die Bettdecke. Die Klimaanlage bläst eiskalte Luft auf das Bett, aber ausmachen ist auch keine Alternative, denn hier in Bagan ist es richtig heiß.

Irgendwann tauchen dann Caroline und Brigitte von ihrer Besichtigungstour des Tages auf. Wir schauen uns mal deren Zimmer an, es ist sehr viel größer, aber genauso dreckig. Als der Hotelbesitzer erfährt, dass wir nur eine Nacht bleiben wollen, bietet er uns für den nächsten Tag ein Zimmer im Obergeschoss an, aber wir haben keine Lust mehr auf dieses Hotel und bleiben bei unserer Entscheidung.

Abends gehen wir zu viert richtig lecker essen. Hier in Bagan gibt es viele Lokale, die burmesische sowie chinesische Küche und Pizza und Pasta anbieten. Das ist ja das Richtige für mich. Ich habe gar keine Lust den Abend im Restaurant zu beenden, denn das bedeutet zurück in dieses eklige Zimmer…

Das Hotel ist voll mit Rucksackreisenden und kostet am Ende 18 USD für die Nacht. Brigitte zahlt mit 20 USD und lässt sich die zwei USD Wechselgeld noch auszahlen. Das Frühstück am nächsten Morgen ist unter aller Kanone auf dreckigem Geschirr und die Besitzer des Hotels sind auch nicht gerade freundlich. Nachdem wir eine Banane und Toast gegessen haben, schnappen wir uns unsere Sachen und freuen uns auf das andere Hotel. Caroline und Brigitte bleiben im New Wave Hotel.

Reiseberichte Burma 2012

14. Tag / Sagaing

Brigitte und Caroline fahren heute schon nach Bagan. Sie haben eine Ganztagestour mit dem Schiff gebucht während wir uns für den Bus entschieden haben.

Also sind Brigitte und ich heute nur zu zweit und wir haben wieder „unseren“ Taxifahrer für den ganzen Tag gebucht. Wir möchten nach Sagaing. Für den ganzen Tag bezahlen wir beide 30.000 Kyat. Treffpunkt ist um 10 Uhr vor dem Hotel.

Als erstes fahren wir zur PDO, da wir uns noch mal persönlich bei den beiden Fahrern bedanken möchten. Wir geben ihnen jeweils 10 USD in einem Umschlag. Anschließend kaufen wir fleißig in der Nähwerkstatt ein. So haben wir dort auch noch etwas Gutes getan.

Ich habe am Vorabend noch ein paar Postkarten geschrieben und die wirft unser Fahrer am Straßenrand in einen Briefkasten. Na, ob die jemals beim Empfänger ankommen? Ja, sie kommen an! Allerdings bin ich da selbst schon wieder fast drei Wochen zu Hause. Aber immerhin…

Die Fahrt nach Sagaing dauert etwa eine Stunde und führt über die neue Inwa-Brücke. Auf der Brücke steigen wir aus und genießen die Aussicht. Von hier aus kann man auch wunderbar sehen wie Teakholz auf Schiffe verladen wird.

Sagaing liegt am westlichen Ufer des Ayeyarwady und ist geprägt von hunderten von Klöstern und Meditationszentren sowie vielen Tempeln, Höhlen und Stupas. Wir nehmen uns vor wenigstens einen Teil anzuschauen. Als erstes machen wir Halt bei der Sun U Ponnya Shin-Pagode. Der Weg zur Pagode führt über unzählige Stufen und Brigitte und ich schleichen mit vielen Pausen hinauf während unser Fahrer gar keine Konditionsprobleme zu haben scheint.

Aber die Aussicht ist grandios und so steigen wir weiter schwitzend die Stufen hinauf.

Oben angekommen werden wir aber unmittelbar für die Strapazen entschädigt. Die Pagode wurde 1315 erbaut und ist 29,3 m hoch und sie glänzt golden vor strahlend blauem Himmel.

Vor dem Hauptaltar in der Gebetshalle stehen bronzene Hasen und Frösche, die an frühere Inkarnationen Buddhas erinnern.

Auch in dieser Pagode gibt es einen Buddha, der von einer mehrköpfigen Schlange beschützt wird. Und ein kleines Äffchen lauert nach Fressbarem von den Touristen.

Oben auf dem Berg wollten wir eigentlich zu einem ganz anderen Tempel, aber dafür hätten wir noch weit zu Fuß durch die Sonne laufen müssen. Das bemerken wir aber erst als wir schon ein ganzes Stück zu Fuß unterwegs sind. Wir haben keine Lust zu Fuß zurück zu gehen und unser Fahrer organisiert kurzerhand für teures Geld einen Pick up, der uns den ganzen Berg zurück zu unserem Auto fährt. Na ja, wer faul ist, muss bezahlen... Jetzt fahren wir erst mal in ein burmesisches Restaurant zum Essen.

Als nächsten Tempel steuern wir dann die Hsin-myashin-Pagode an, auch die „Pagode der vielen Elefanten“ genannt an. Sie wurde 1429 errichtet, um Reliquien aus Sri Lanka aufzunehmen.

Zwei riesige Elefanten bewachen den Eingang und drinnen wimmelt es auch vor Elefanten. Brigitte ist begeistert. Sie liebt Elefanten.

Anschließend fahren wir noch zur Ngadatkyi-Pagode im Westen von Sagaing. Sie wurde 1657 mit fünf Terrassen errichtet und besitzt eine sehr schöne sitzende Buddhastatue, die als die größte Oberbirmas gilt. Der Eingangsbereich wird hier von großen Löwen an beiden Seiten bewacht.

Im Tempel entdecke ich auch einen liegenden Buddha. Die Körperhaltung des liegenden Buddhas erinnert an seinen Tod und Eingang ins Nirvana.

Auf dem Rückweg nach Mandalay halten wir an der Shwe-Kyet Kay Pagode am Fluss. Hier verbummeln wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang und beobachten wie Arbeiter einen Blitzableiter um die Stupa herum anbringen.

Hier kann ich einen stehenden Buddha fotografieren. Diese Figur bezieht sich auf seine Rückkehr aus dem „Himmel der 33 Götter“, wo er eine Regenzeit lang seiner Mutter Maya die Lehre darlegte.

Zum Abschluss des Tages bekommen Brigitte und ich noch einen wunderschönen Sonnenuntergang geboten.